Die Geschäfte liefen nun etwas besser, allerdings nahm die Unzufriedenheit mit dem verkauften Programm zu. Gemeldete Programmfehler wurden in Vorarlberg ignoriert, außerdem wurde das Programm nicht nennenswert weiterentwickelt. Als nun ein Interessent seine Bereitschaft bekundete, die Entwicklung eines eigenen Programmes zu finanzieren, wurde entschieden, aus der Handelslösung eine Gewerbelösung zu machen.
Nach der Einbringung der Einzelfirma in eine GmbH wurde die Verbindung mit der Firma Hug gelöst und nur mehr die eigene Lösung verkauft. Patricia Lobner machte in der Zwischenzeit die Buchhaltung, Brigitte Straubinger schrieb die Anleitung und schulte die Kunden.
In den Jahren 1991 und 1992 stiegen die Verkaufszahlen nur langsam an. Es wurde viel Geld in die Werbung gesteckt, um den Namen GROS im Baunebengewerbe in Ostösterreich bekannt zu machen. Wie erwartet kam es zu relativ hohen Anlaufverlusten, da die Programmentwicklung noch nicht abgeschlossen war.
Patricia Lobner trat 1993 ihren 10 % Anteil an Brigitte Straubinger ab, Martin Hein verkaufte seine 20 % an Martin Worel (ebenfalls BW-Student), der schon zuvor das Telefonmarketing für die Firma gemacht hatte. Die Buchhaltung wurde von nun an vom Steuerberater erledigt, für die interne Organisation und den Kundensupport wurde Claudia Czira eingestellt.
Im Mai 1989 wurde die Einzelfirma Dkfm. Hans Peter Gros - GROS Software - gegründet. Der Grund dafür war einfach: Aufgrund fehlender Praxis bekam keiner der vier einen Gewerbeschein (trotz HTL-Abschluß), Dkfm. Hans-Peter Gros hatte damit keine Probleme. Die Burschen wurden per Werkvertrag beschäftigt. Das Marketing-Programm wurde, als es fertig war, an die Firma Hagentaler verkauft, und aus dem Erlös erwarb die Firma den ersten Computer.
Nach einer Verkaufsschulung in Vorarlberg wurde in Wien mit dem Vertrieb begonnen. Es folgte eine relativ lange Durststrecke, da zwar viele Vorführungen gemacht wurden, aber kein Programm verkauft werden konnte. Michael Hofer hatte inzwischen die Möglichkeit geboten bekommen, für ein großes verstaatlichtes Unternehmen Software per Werkvertrag zu erstellen, und schied aus der Firma aus.
Schließlich wurden doch einige Programme verkauft. Stefan Gros widmete sich dem Verkauf, Martin Hein und Josef Hlawaty begannen mit der Erstellung einer Softwarelösung für Handelsbetriebe. Im Jahr 1990 wurde der administrative Aufwand so groß, daß die drei verbliebenen Freunde die Arbeit neben ihrem Studium nicht mehr bewältigen konnten. So stießen Patricia Lobner und Brigitte Straubinger zur Firma.
Im Lauf dieser Jahre wurde das Büro renoviert und neu ausgestattet. Es wurden einheitliche Möbel, gute Bürosessel, und was sonst noch für einen guten Arbeitsablauf wichtig ist, angeschafft. Auch die Computer- und Softwareausstattung hatte sich deutlich verbessert. Alle Mitarbeiter bekamen ihren eigenen Arbeitsplatz mit PC, wobei alle Computer untereinander vernetzt wurden. Auch von der Straße aus war die Firma mittlerweile zu erkennen. Da die Firma Gros kein Geschäftslokal hat, wurde die Fassade renoviert und das Firmenlogo über die Bürofenster gemalt.
Die Jahre 1993 und 1994 brachten einen deutlich besseren Geschäftserfolg, wodurch der Verlustvortrag der vorherigen Jahre fast aufgebraucht werden konnte. Eine neue Programmversion wurde entwickelt, der die Konkurrenz nichts gleichwertiges entgegensetzen konnte. Die Zielgruppe wurde um Spengler und Dachdecker erweitert, wo sehr rasch Erfolge erzielt werden konnten.
Im Jahr 1995 begann die Entwicklung einer Windows-Programmversion. Dazu wurde ein neuer Mitarbeiter (Roman Bauer) aufgenommen. Als zusätzliche neue Zielgruppe bewerben wir auch Fliesenleger.
Mitte 1996 wurde ein neues Büro in der Engerthstraße 126/2 im 20. Wiener Gemeindebezirk bezogen, das den Mitarbeitern wesentlich mehr Platz und eine angenehmere Arbeitsatmosphäre bot. Leider gibt die neue Immobilie immer wieder Anlass für Verdruss.
1997 war ein sehr hartes Jahr in der Entwicklung unseres Unternehmens. Ing. Gros wurde auf 11 Monate zum Zivildienst einberufen, den er beim Wiener Roten Kreuz abdiente. So wurde die Geschäftstätigkeit stark eingeschränkt von Frau Czira, Herrn Ing. Hlawaty und Herrn Bauer aufrechterhalten. Trotz dieser Umstände konnten wir vor allem im Service unseren hohen Qualitätsstandard halten. Auch Ing. Gros stand jeden Tag, nach Dienstende, der Firma zur Verfügung. Leider hat der Geschäftserfolg und auch die Geschwindigkeit der Entwicklung sehr unter dem zeitweiligen Verlust eines Mitarbeiters gelitten.
Das Jahr 1998 stand dann ganz im Zeichen der Weiterentwicklung von improve!. Unser strategisches Produkt setzt zweifellos Maßstäbe für Produkte im Baunebengewerbe. Der Umsatz erreichte nach dem erwarteten Rückgang 1997 den Wert von 1996. Das war noch kein wesentlicher Erfolg, doch konnte die Ausrichtung auf die neuen Produkte improve! und Internetdienstleistungen erfolgreich vollzogen werden.
1999 gelang uns mit unserem Portal www.maler.at, das maßgeblich von Herrn Bauer programmiert wurde der Einstieg in die Entwicklung von dynamischen Websites. In den kommenden Jahren werden rund eine Million Menschen pro Jahr auf diese Informationsquelle zurückgreifen. Herr Ing. Gros gewinnt mit der Firma Parco France (Loreal) einen Kunden der im Consulting und bei der Lieferung von Soft- und Hardware einer unserer treuesten Stammkunden geblieben ist. Am Jahresende entschlossen wir uns einen Lehrling zur Ausbildung als EDV-Techniker einzustellen. Aus über 80 Bewerbungen entschieden wir uns für Herrn Mario Ebenwalder, der für diese Aufgabe extra von Kärnten nach Wien übersiedelt ist. Kurz vor Jahresende wurde dann bei vielen unserer Kunden noch die bestehende EDV auf Jahr 2000 Tauglichkeit überprüft und die Version 3.0 von unserer Branchelösung ausgeliefert.
2000 blieben alle angekündigten Katastrophen aus. Eine neue Windowsversion bot nun endlich vernünftige Stabilität für Server und Arbeitsstationen und unsere "Internetabteilung" konnte schöne Steigerungsraten verzeichnen. Endlich konnten auch die ersten Programmversionen von improve! ausgeliefert werden.
2001 fand die Umstellung unserer Kunden auf Euro statt. Durch Gesetze zur doppelten Preisauszeichnung die wir sowohl in improve! als auch in GP implementieren mussten, wurde wesentliche Entwicklungszeit gebunden.
Die Umstellungen die sich noch weit ins Jahr 2002 hineinzogen, wurden zum Prüfstein für unsere Entwicklung und Support. Wir konnten unsere Internetabteilung durch Frau Michaela Brenner verstärken, die im Bereich Webdesign die Qualität unserer Produktionen stark erhöhte. Als Investition in die Zukunft nahmen wir ausserdem für den Bereich Mediendesign mit Herrn Willie Springer unseren zweiten Lehrling auf. Leider verließ uns gegen Ende des Jahres Herr Ing. Bauer auf eigenen Wunsch um zukünftig im Raiffeisenkonzern tätig zu sein. Herr Ing. Hlawaty übernahm die improve!-Entwicklung mit Unterstützung durch Herrn Ebenwalder und beginnt mit den Arbeiten an improve! 2.
Schließlich erfolgte auch die erfolgreiche Umsetzung von Improve! 2!